Wann ist ein Mann ein Mann

Aktualisiert: Okt 1



Ein kleiner Auszug der Einleitung einer Diplomarbeit, die ich mit 24 für meine Coaching-Ausbildung zum Thema Mann geschrieben habe:


In meinen Teenagerjahren spürte ich den starken Wunsch nach männlicher Identität, nach Mann-Sein. Entsprechend war meine Ausrichtung und Suche nach männlichen Bezugspersonen und Vorbildern.

Einmal kam ein Mann, der in einem Restaurant in meinem Dorf arbeitete, mit ein paar seiner Kleidern auf mich zu. Er war Italiener und für mich unglaublich modebewusst. Nie zuvor hatte ich so tolle Sachen zum Anziehen. Wir hatten immer häufiger Kontakt und unternahmen regelmässig etwas zusammen. Diese Erfahrung ist für mich bis heute prägend.

Ich orientierte mich sehr stark an ihm und beobachtete, reflektierte die mich umgebende Männerwelt ganz genau. Diese Suche und die meist damit verbundene Orientierungslosigkeit stelle ich oft bei Jungen und jungen bis angeblich gestandenen Männern fest.

Die Fragen, die ich mir bis heute noch gerne stelle sind:

Bin ich schon ein Mann? Wann wurde ich zum Mann? Hatte ich jemals das Gefühl, ein Mann zu sein? Was gehört dazu? Ab wann ist Mann ein Mann? Ist es die Unabhängigkeit von den Eltern, das erste Mal, finanzielle Selbstständigkeit, wenn man sein eigenes Haus besitzt, wenn man einen Abschluss in der Tasche hat, ein grosses Abenteuer durchlebt hat, verheiratet ist, Vater geworden ist?

Bin ich schon ein Mann geworden ohne es gemerkt zu haben? Sehen andere Menschen mich als Mann, und stimmt das mit meiner Perspektive überein?

Einige dieser Fragen haben Sie sich vielleicht selber bereits gestellt. Der Antrieb für die Suche ist dieses Vakuum, welches im Gedanke an die Identität als Mann auftaucht. Das Bedürfnis, diesen verborgenen Schatz, dieses Ideal zu entdecken. Das führte mich zu den männlichen Archetypen, um die es in meiner Arbeit geht.

42 Ansichten
 

Folgen

  • Instagram
  • Facebook

©2020 Benjamin Krebs